Einreisen in die Schweiz mit einer Coronavirus-Erkrankung: Ist das möglich?



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Quelle: TCS MyMed


Viele Länder reagieren auf die Ausbreitung des Coronavirus mit rigorosen Vorsichtsmassnahmen: Flugverbindungen werden gestrichen, Schiffsstopps werden abgesagt, Grenzen zu Festlandchina zum Teil geschlossen – und die eigenen Staatsbürger aus der besonders betroffenen Region Wuhan ausgeflogen. Aber was, wenn man sich als Tourist trotzdem irgendwo auf der Welt ansteckt, darf man dann zurück in die Schweiz reisen? Der TCS hat Antworten.

Kann man als Schweizerin oder Schweizer, wenn man sich als Tourist mit dem Coronavirus infiziert hat,  krank in die Schweiz zurückkehren? Auf Anfrage beim Bundesamt für Gesundheit heisst es:

«Grundsätzlich kann einem Schweizer / einer Schweizerin die Einreise nicht untersagt werden. Sollte die Person ein bekannter Coronavirus-Patient sein, wird es ihm / ihr nicht möglich sein einfach in ein Flugzeug zu steigen und in die Schweiz zu fliegen. Sobald es sich um einen bekannten Coronavirus-Patienten handelt, wird die Person isoliert und eine Reise somit unmöglich. Sollte es sich um einen schweren Krankheitsfall handeln, ist es durchaus denkbar, dass es zu einer Repatriierung mit einem Spezialflug kommen kann. Zum aktuellen Zeitpunkt steht dies allerdings nicht zur Diskussion.

Wenn man das Gefühl hat, sich als Tourist / Touristin mit dem Coronavirus infiziert zu haben, sollte man sich an die lokalen Vorschriften halten und sich daran orientieren. Personen, welche einen China-Aufenthalt hinter sich haben und anschliessend Symptome des Coronavirus entwickeln, sollten sich bei ihrem Arzt melden, damit die notwendigen Untersuchungen gemacht werden können. Treten die Symptome während der Reise auf, sollte man sich direkt vor Ort untersuchen lassen und nicht weiterreisen.

Wichtig ist, wenn man das Gefühl hat, sich infiziert zu haben – hier sind nicht nur die Symptome relevant, sondern auch, dass im Reiseland eine Ansteckungsmöglichkeit besteht – die Weiterreise zu unterbrechen und sich untersuchen zu lassen. Aktuell ist dies nur in China gegeben.»

Reisende aus der Schweiz in China sollen laut dem BAG:

  • Menschen mit einer akuten Atemwegserkrankung möglichst meiden.
  • Grössere Menschenansammlungen möglichst meiden.
  • Hygienemassnahmen anwenden. Dazu gehören: regelmässiges Händewaschen mit Wasser und Seife, möglichst Mund, Nase und Augen nicht berühren, in die Armbeuge niesen oder husten, oder ein Taschentuch benutzen.
  • Sich über die Lage vor Ort (und in der Schweiz) informieren.
  • Die Anordnungen der Behörden vor Ort befolgen (wie etwa das Tragen von Masken oder Fiebermessen).
  • Sich bei Krankheitssymptomen vor Ort nicht mehr in die Öffentlichkeit begeben und umgehend telefonisch (!) eine Ärztin, einen Arzt oder eine medizinische Institution kontaktieren.
     

Empfehlungen, wenn Sie sich in China oder einem Coronavirus exponierten Land aufgehalten haben – in den 14 Tagen nach Ihrer Abreise:

  • Waschen Sie sich regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einem Handdesinfektionsmittel.
  • Vermeiden Sie Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten, zum Beispiel Sportveranstaltungen, öffentliche Verkehrsmittel.
  • Wenn Sie Symptome einer Atemwegsinfektion (Fieber, Husten, Atemnot) entwickeln, bleiben Sie zu Hause, begeben Sie sich nicht mehr in die Öffentlichkeit und kontaktieren Sie umgehend – zuerst telefonisch – eine Ärztin, einen Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.
  • Solange Sie keine Symptome aufweisen, ist ein diagnostischer Test nicht notwendig.


Welche Symptome verursacht 2019-nCoV?
Zu Beginn (das heisst nach der Inkubationszeit) tritt oft ähnlich wie bei einer Grippe ein unspezifisches Unwohlsein, Müdigkeit und Fieber auf. Es folgen meist Atemwegssymptome, typisch ist ein trockener Husten. Weniger häufige Symptome sind: Kopfschmerzen, selten Muskelschmerzen, Übelkeit und Durchfall. Nur sehr selten wurden Schnupfen und Halsschmerzen beobachtet (dies spricht eher für eine «gewöhnliche Erkältung»).

In vielen milderen Fällen bleiben die erwähnten Symptome über einige Tage bestehen, bevor man wieder gesund wird. Im Fall eines schweren Erkrankungsverlaufs kann es nach rund einer Woche zu Kurzatmigkeit sowie im schlimmsten Fall zu einer Lungenentzündung (= Pneumonie) mit Atemnot und Befall weiterer Organsysteme kommen.

Häufiger von einem schweren Erkrankungsverlauf betroffen sind vorwiegend ältere Menschen und Menschen mit einer chronischen Vorerkrankung (insbesondere Bluthochdruck, Herz- und Lungenerkrankungen, Diabetes oder Erkrankungen, die das Immunsystem beeinträchtigen). Einzelne schwere Fälle betrafen auch jüngere, zuvor gesunde Personen.

Es ist zurzeit noch unklar, wie häufig solche schweren Verlaufsformen bei einer 2019-nCoV-Infektion auftreten, die Mehrzahl zeigt jedoch einen milden Verlauf. Mindestens 10 Prozent der Erkrankten haben kein Fieber, und bei einigen tritt kein Husten auf. Auch wurde eine 2019-nCoV Infektion bei mehreren Personen nachgewiesen, die gar keine Symptome zeigten.

Der Verlauf der aktuellen 2019-nCoV-Epidemie in den nächsten Tagen und Wochen wird hierzu mehr Klarheit schaffen.

Was passiert im Verdachtsfall?
Hierzu gibt es genaue Abläufe entlang Empfehlungen des Robert Koch-Institutes. Wenn bestimmte Kriterien vorliegen, hier also das Vorliegen von Symptomen einer Atemwegsinfektion (zum Beispiel Husten) und ein Aufenthalt in einem Risikogebiet in China (hier derzeit die Provinz Hubei) in den letzten 14 Tagen erfolgt ist oder ein Kontakt zu einer an 2019-nCoV erkrankten Person nicht länger als 14 Tage zurückliegt, dann erfolgt zunächst unter Einhaltung hygienischer Maßnahmen (unter anderem Mund-Nase-Schutz) eine körperliche Untersuchung.

Parallel erfolgt eine Laboruntersuchung. Hierzu wird zum Beispiel ein Abstrich aus dem Rachenraum genommen. Neben der Labortestung auf 2019-nCoV, wird auch auf weitere gängige Atemwegsinfektionen getestet, zum Beispiel auf eine Infektion mit dem Influenzavirus.

Das zuständige Gesundheitsamt wird über den Verdachtsfall informiert, um unmittelbar Maßnahmen einzuleiten, wenn sich der Fall bestätigt.

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